Twenty CRM: KI-Tool Test & Bewertung
Twenty ist eine Open-Source-Alternative zu Salesforce und HubSpot, ein schlankes CRM mit Deal-Pipelines, E-Mail-Integration und anpassbaren Objekten. Das Interface erinnert an Notion, und über REST- sowie GraphQL-APIs lässt sich Twenty mit n8n oder anderen Automatisierungstools verbinden. Mit über 49.000 GitHub-Stars ist es eines der aktivsten Open-Source-CRM-Projekte.
Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2026
Viele kleine Teams und Berater kämpfen mit CRM-Tools, die entweder zu teuer, zu komplex oder zu intransparent beim Thema Datenschutz sind. Twenty geht einen anderen Weg. Alles liegt auf Ihrem eigenen Server, Sie haben vollen Zugriff auf den Code, und das Interface ist schlank genug, um tatsächlich benutzt zu werden. Mit Version 2.0 (April 2026) ist aus dem CRM eine Entwickler-Plattform mit eigenen Objekten, Server-Logik und KI-Funktionen geworden.
Wichtigste Funktionen
- Anpassbare Ansichten: Kanban-Boards, Tabellenansichten, Filter, Sortierung und Gruppierung lassen sich frei konfigurieren. Benutzerdefinierte Objekte und Felder können Sie ohne Code anlegen.
- Workflow-Automatisierung: Trigger und Aktionen direkt in Twenty einrichten, etwa um bei einem neuen Kontakt automatisch Aufgaben anzulegen oder Benachrichtigungen zu senden.
- E-Mail und Kalender-Integration: E-Mails und Kalendereinträge lassen sich mit Kontakten und Deals verknüpfen, sodass der Kommunikationsverlauf immer im Kontext des CRM sichtbar ist.
- REST und GraphQL API: Vollständige API für Integrationen mit n8n, Make oder eigenen Skripten. Neue Kontakte aus Formularen können direkt als Deals in der Pipeline landen.
- MCP-Server für KI-Assistenten: Seit Version 2.0 bringt Twenty einen eingebauten MCP-Server mit (MCP ist die offene Schnittstelle, über die KI-Assistenten auf Daten zugreifen). Damit können Claude, ChatGPT oder Cursor Ihr CRM in normaler Sprache lesen und beschreiben, etwa Datensätze anreichern oder Folge-E-Mails entwerfen.
- Rollenbasierte Berechtigungen: Zugriffe lassen sich granular steuern, relevant sobald mehrere Personen mit dem CRM arbeiten.
Preise und Tarife
Twenty nutzt ein duales Lizenzmodell. Die Community-Version steht unter AGPL-3.0 und ist komplett kostenlos selbst hostbar. Seit Version 2.1 (April 2026) gilt die selbst gehostete Variante als produktionsreif für Einzel-Installationen und bekommt dieselben Funktionen wie der Cloud-Pro-Tarif. Wer die AGPL-Bedingungen nicht erfüllen kann oder will, etwa weil Twenty als Teil eines eigenen SaaS-Produkts eingesetzt werden soll, kann eine kommerzielle Lizenz erwerben. Cloud-Preise werden aktuell auf Anfrage kommuniziert. Self-Hosting über Docker Compose ist vollständig dokumentiert und für kleine Teams ohne laufende Kosten nutzbar.
Für wen ist Twenty CRM geeignet?
- Kleine Teams und Berater: Wer ein einfaches, schlankes CRM ohne Enterprise-Overhead sucht und bereit ist, es selbst zu hosten, bekommt mit Twenty einen vollwertigen Einstieg ohne Lizenzkosten.
- Entwickler und technisch affine Nutzer: Die offene API, Docker-Deployment und aktive GitHub-Community machen Twenty interessant für alle, die ihr CRM mit eigenen Automatisierungen verbinden oder erweitern wollen.
- Teams mit Datenschutzanforderungen: Self-Hosting bedeutet, dass keine Kundendaten auf US-Servern eines Drittanbieters landen. Für Branchen mit strengen Datenschutzanforderungen ein relevanter Vorteil.
DSGVO und Datenschutz
Bei Self-Hosting liegt die volle Datenkontrolle bei Ihnen. Alle Kontakt- und Kundendaten bleiben auf Ihrer eigenen Infrastruktur, kein Drittanbieter hat Zugriff. Die Cloud-Version von Twenty unterliegt den Datenschutzbedingungen von Twenty, deren Serverstandort im Detail zu prüfen ist. Für DSGVO-konforme Nutzung empfiehlt sich Self-Hosting auf einem deutschen oder europäischen Server.
Alternativen zu Twenty CRM
- n8n: Wenn Sie statt eines CRMs eher eine flexible Automatisierungsplattform suchen, mit der Sie CRM-Daten aus verschiedenen Quellen verarbeiten können.
- Chatwoot: Open-Source-Tool für Kundenkommunikation über mehrere Kanäle, eher ein Helpdesk als ein klassisches CRM.
- HubSpot: Deutlich mehr Features und ein großes Ökosystem, kostenlos in der Basisversion, aber mit Serverstandorten außerhalb der EU.
Vorteile
- Modernes, schlankes Interface mit Kanban, Tabelle und anpassbaren Feldern
- Self-Hosting per Docker Compose möglich, volle Datenkontrolle
- REST und GraphQL API für Integrationen mit n8n und Co.
- Über 49.000 GitHub-Stars, sehr aktive Community und regelmäßige Releases
Nachteile
- Weniger Features als Salesforce oder HubSpot im Enterprise-Bereich
- Self-Hosting erfordert technisches Know-how (Docker, PostgreSQL, Redis)
- AGPL-Lizenz erfordert Offenlegung bei Änderungen im Einsatz als SaaS