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NocoBase: KI-Tool Test & Bewertung

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Business-Tools Freemium Community: kostenlos. Commercial License (alle kommerziellen Plugins gebündelt) ab ca. 696 € (800 $) einmalig. Enterprise auf Anfrage Self-Hosted DSGVO-konform Open Source

NocoBase ist eine Open-Source No-Code-Plattform zum Erstellen komplexer Business-Anwendungen wie CRM, ERP, Ticketing oder Projektmanagement. Der datenmodellgetriebene Ansatz trennt Datenstruktur und Oberfläche, für dieselbe Tabelle lassen sich beliebig viele Ansichten erstellen. Die Plugin-Architektur (Microkernel) macht alles erweiterbar. Seit Version 2.0 sind KI-Assistenten direkt in die Oberfläche integriert und die Lizenz wechselte von AGPL-3.0 auf Apache-2.0.

Zuletzt aktualisiert: 10. Juni 2026

NocoBase positioniert sich zwischen einfachen Datenbank-Tools wie NocoDB und vollwertiger Individualentwicklung. Der datenmodellgetriebene Ansatz ermöglicht komplexe Business-Anwendungen. Für dieselbe Tabelle erstellt man verschiedene Ansichten (Grid, Kanban, Kalender, Formulare), definiert Workflows mit Genehmigungsstufen und steuert Berechtigungen bis auf Feldebene. Die Plugin-Architektur in TypeScript/React macht das System erweiterbar. Für einfache Datenverwaltung ist NocoBase Overkill, für komplexe interne Systeme eine leistungsstarke Alternative zu proprietären Plattformen.

Wichtigste Funktionen

  • Datenmodellgetriebener App-Builder: NocoBase trennt Datenstruktur und Benutzeroberfläche konsequent. Für dieselbe Tabelle lassen sich beliebig viele Ansichten erstellen: Grid, Kanban, Kalender, Formulare, Galerie. Jede Ansicht kann unterschiedliche Felder zeigen und eigene Berechtigungen haben.
  • AI Employees: Seit Version 2.0 sind KI-Assistenten direkt in die Plattform integriert, kein separates Chatbot-Fenster. Sie haben Zugriff auf Ihre eigenen Daten und können Aufgaben ausführen: E-Mails zusammenfassen, Daten analysieren, Formulare ausfüllen oder JavaScript-Code schreiben. Das LLM lässt sich frei konfigurieren, auch lokale Modelle sind möglich.
  • Workflow-Engine: NocoBase unterstützt visuelle Workflows mit Triggern, Bedingungen und Aktionen. Genehmigungsprozesse mit mehreren Stufen, automatische Benachrichtigungen und Subflows lassen sich ohne Code konfigurieren. Im Professional-Plan kommen erweiterte Automationen mit Webhooks dazu.
  • Feingranulare Berechtigungen: Zugriffsrechte lassen sich auf Feld- und Datensatzebene vergeben, nicht nur auf Tabellen- oder Seitenebene. Wer welche Daten sehen, bearbeiten oder löschen darf, ist präzise steuerbar.
  • Plugin-Architektur (Microkernel): Das gesamte System ist aus Plugins aufgebaut. Eigene Plugins lassen sich in TypeScript und React entwickeln. Mit Version 2.0 hat NocoBase viele zuvor kommerzielle Plugins quelloffen gestellt. Die verbliebenen kommerziellen Plugins werden nicht mehr einzeln verkauft, sondern über die Lizenzpakete als sogenannte Plugin-Punkte freigeschaltet (Standard 8, Professional 64).

Preise und Tarife

NocoBase setzt auf Einmalkauf statt Abo. Die Community-Edition ist kostenlos und enthält unbegrenzte Nutzer, Anwendungen und Datensätze. Der Standard-Plan kostet ca. 696 Euro (800 Dollar) einmalig und fügt externe Datenbankverbindungen (MySQL, PostgreSQL), eigenes Logo und Excel-Import großer Datenmengen hinzu. Dazu gibt es 1 Jahr Upgrades und Support. Der Professional-Plan kostet ca. 6.960 Euro (8.000 Dollar) einmalig und richtet sich an Agenturen, die Anwendungen für Kunden entwickeln wollen. Er enthält SSO, vollständige Versionshistorie, automatisierte Backups und erweiterte Workflows mit Genehmigungen. Enterprise-Pläne sind auf Anfrage verfügbar und ermöglichen Cluster-Deployment sowie Oracle und ClickHouse als Datenquellen. Die kommerziellen Plugins werden seit Version 2.0 nicht mehr einzeln verkauft, sondern sind in den Lizenzpaketen gebündelt. Nach dem ersten Jahr lässt sich die Lizenz für 30 % der Erstgebühr verlängern, danach bleibt die gekaufte Version dauerhaft nutzbar.

Für wen ist NocoBase geeignet?

  • IT-Abteilungen und interne Ops-Teams: Wer CRM, Ticketing oder HR-Verwaltung intern entwickeln will, bekommt mit NocoBase eine Plattform, die komplexe Genehmigungsworkflows, Berechtigungen und KI-Assistenten unterstützt. Langfristig günstiger als Retool oder Salesforce.
  • Agenturen und Dienstleister: Der Professional-Plan erlaubt ausdrücklich den Aufbau von Anwendungen für Kunden. Einmalkauf statt monatlichem Abo macht die Kalkulation für Projektgeschäfte einfacher.
  • Unternehmen mit Datenschutzanforderungen: Self-Hosting mit AGPL-Lizenz bedeutet volle Kontrolle über alle Daten. Kanzleien, Kliniken oder öffentliche Einrichtungen können NocoBase auf eigenen Servern betreiben, ohne Daten an SaaS-Anbieter abzugeben.

DSGVO und Datenschutz

NocoBase wird ausschließlich selbst gehostet. Die Daten bleiben auf Ihrem Server, Sie entscheiden über Serverstandort und Infrastruktur. Es gibt keine Telemetrie und keine Verbindung zu externen Diensten, sofern Sie keine externen LLMs für den KI-Assistenten konfigurieren. Beim Einsatz von KI-Funktionen können Sie lokale Modelle einbinden, sodass auch die KI-Nutzung komplett innerhalb Ihrer Infrastruktur bleibt. Mit Version 2.0 ist NocoBase von AGPL-3.0 auf Apache-2.0 umgestiegen, eigene Änderungen am Quellcode müssen damit nicht mehr offengelegt werden. Die kommerziellen Editionen unterliegen ergänzend dem NocoBase-Lizenzvertrag.

Alternativen zu NocoBase

  • NocoDB: Einstieg mit weniger Aufwand. Gut für einfache Datenverwaltung und CRM. Kein eigener Workflow-Builder, keine KI-Assistenten. Dafür schneller einsatzbereit.
  • Budibase: Ähnlicher Ansatz (Self-Hosted Low-Code), stärker auf App-Frontend fokussiert. Weniger Tiefe bei Berechtigungen und Workflows als NocoBase.
  • Nextcloud: Wenn eine vollständige Groupware-Plattform gefragt ist und die Datenverwaltung nur ein Teil davon sein soll. Kein vollständiger Ersatz für NocoBase, aber eine Option für Teams, die Nextcloud bereits nutzen.

Vorteile

  • Self-Hosting mit unbegrenzten Nutzern, Apps und Daten, auch kostenlos
  • Einmalkauf statt Abo, langfristig günstiger als Retool oder Airtable
  • Plugin-Architektur, eigene Plugins in TypeScript/React entwickelbar
  • KI-Assistenten seit v2.0 direkt in die Plattform integriert
  • Feingranulare Berechtigungen auf Feld- und Datensatz-Ebene

Nachteile

  • Steile Lernkurve, deutlich komplexer als Airtable oder NocoDB
  • Weniger Drittanbieter-Integrationen als etablierte Plattformen
  • Kleinere Community (über 22.000 GitHub-Sterne), weniger Tutorials verfügbar
  • Kommerzielle Plugins nur noch über Lizenzpakete, nicht mehr einzeln kaufbar

Anwendungsgebiete

CRM- und ERP-SystemeTicketing und HelpdeskProjektmanagement und AufgabenverwaltungGenehmigungs-WorkflowsInterne Business-Tools mit KI-Assistenten